Manchmal klingelt das Telefon und innerhalb weniger Minuten ist klar: Wegsehen ist keine Option. So…
„Kitten zu verschenken“ – die Wahrheit hinter kostenlosen Katzenbabys
„Kitten zu verschenken.“
Diesen Satz lesen wir regelmäßig in Kleinanzeigen, Facebook-Gruppen oder auf Aushängen. Die Bilder dazu zeigen meist niedliche Katzenbabys mit großen Augen, die sofort das Herz erobern.
Und ja – Kitten sind süß.
Jeder freut sich über Katzenbabys.
Doch was viele Menschen nicht sehen, ist die Geschichte hinter diesen Anzeigen.
Wer nach „Kitten zu verschenken“ sucht, denkt oft an ein günstiges Haustier. Doch hinter vielen Anzeigen mit „Kitten zu verschenken“ verbirgt sich eine Realität, die viele Menschen nicht kennen.
Kitten zu verschenken – die Schattenseite kostenloser Katzenbabys
Viele der Kitten stammen aus unkontrollierter Vermehrung.
Katzen wurden nicht kastriert, Nachkommen nicht verhindert und plötzlich sind wieder Katzenbabys da. Oft weiß niemand genau, welche Tiere miteinander verpaart wurden. Nicht selten stammen die Kitten aus Verpaarungen zwischen Geschwistern oder nah verwandten Tieren.
Die Folge sind unzählige Mischlinge, deren genetische Voraussetzungen und gesundheitliche Risiken niemand kennt.
Während die Kitten klein und niedlich sind, finden sie meist schnell ein Zuhause. Doch wenn sie größer werden oder gesundheitliche Probleme auftreten, landen viele früher oder später im Tierschutz.
Genau dort begegnen wir ihnen.
Mehr über unsere Arbeit mit geretteten Katzenbabys und Hofkatzen findet ihr auch in unseren weiteren Beiträgen zur Katzenrettung und Vermittlung.
Kitten zu verschenken: Die Realität hinter den süßen Fotos
Die Kitten, die wir aufnehmen, sind leider oft nicht gesund.
Viele leiden bereits in den ersten Lebenswochen unter:
🐾 Katzenschnupfen
🐾 Giardien
🐾 Würmern und anderen Parasiten
🐾 Mangelernährung
🐾 Augenentzündungen
🐾 Hautproblemen
Und manchmal trifft es die Kleinen noch schlimmer.
Immer wieder müssen wir Katzen aufnehmen, bei denen Krankheiten wie FIP oder FeLV festgestellt werden.
Dann beginnt ein langer Weg voller Tierarztbesuche, Untersuchungen, Medikamente und Sorgen.
Viele Menschen wissen nicht, welche Kosten dadurch entstehen können.
Eine Giardienbehandlung über mehrere Wochen, wiederholte Tierarztbesuche oder die Behandlung schwerer Erkrankungen können schnell mehrere hundert oder sogar tausend Euro kosten.
Informationen zu Krankheiten wie FIP, FeLV oder Katzenschnupfen findet ihr auch beim Deutschen Tierschutzbund und bei der Bundestierärztekammer.
Warum wir Kitten nicht verschenken
Immer wieder hören wir:
„Warum verlangt ihr eine Schutzgebühr? Die Katze kostet doch nichts.“
Doch genau das ist der Denkfehler.
Unsere Kitten kosten sehr wohl Geld.
Nicht weil wir an ihnen verdienen möchten.
Sondern weil jedes einzelne Tier bereits versorgt, medizinisch betreut und auf sein neues Leben vorbereitet wurde.
Bevor ein Kitten vermittelt wird, investieren wir Zeit, Arbeit und finanzielle Mittel in:
✔ Tierärztliche Untersuchungen
✔ Entwurmungen
✔ Parasitenbehandlungen
✔ Impfungen
✔ Futter und Pflege
✔ Kastrationen, sofern das Alter es zulässt
Die Schutzgebühr deckt dabei nur einen kleinen Teil der tatsächlich entstandenen Kosten.
Vor allem hat sie einen wichtigen Zweck:
Sie soll sicherstellen, dass sich Interessenten bewusst mit der Verantwortung einer Katzenhaltung auseinandersetzen.
Wer glaubt, dass „Kitten zu verschenken“ automatisch bedeutet, dass eine Katze günstig ist, unterschätzt oft die tatsächlichen Kosten, die im Laufe eines Katzenlebens entstehen.
Wenn die Schutzgebühr schon zu viel ist …
Das klingt vielleicht hart.
Aber wir stellen immer wieder eine einfache Frage:
Wenn die Schutzgebühr bereits nicht bezahlbar ist – wie sollen dann spätere Tierarztkosten bezahlt werden?
Denn jede Katze wird irgendwann Geld kosten.
Nicht vielleicht.
Sondern garantiert.
Eine Impfung.
Eine Zahnbehandlung.
Eine Verletzung.
Eine Erkrankung im Alter.
Niemand kann vorhersagen, wann es passiert. Aber irgendwann wird es passieren.
Wer ein Tier aufnimmt, übernimmt Verantwortung für dessen gesamtes Leben.
Haustiere sind heute Luxus geworden
Dieser Satz gefällt nicht jedem, aber er entspricht leider der Realität.
Die Kosten für Futter, Katzenstreu und tierärztliche Behandlungen sind in den letzten Jahren massiv gestiegen.
Ein Haustier sollte deshalb niemals spontan angeschafft werden, weil es gerade kostenlos angeboten wird.
Eine Katze begleitet ihre Familie oft 15 bis 20 Jahre.
In dieser Zeit benötigt sie nicht nur Liebe und Aufmerksamkeit, sondern auch medizinische Versorgung und finanzielle Sicherheit.
Verantwortung statt Vermehrung – weniger „Kitten zu verschenken“-Anzeigen
Unser Wunsch ist einfach:
Weniger „Kitten zu verschenken“-Anzeigen.
Mehr Kastrationen.
Mehr Aufklärung.
Mehr Verantwortung.
Denn jede unkastrierte Katze trägt dazu bei, dass noch mehr unerwünschte Kitten geboren werden.
Und jedes dieser Kitten verdient die Chance auf ein gesundes, sicheres und geliebtes Leben.
Eine Katze ist kein kostenloses Geschenk.
Sie ist ein Familienmitglied.
Und genau so sollte sie von Anfang an behandelt werden.
🐾 Pfötchenhilfe Loisachtal e.V.
Für die Tiere sind wir da. Für unsere Arbeit brauchen wir euch. Denn ohne euch geht es einfach nicht.
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